Alltag in Kambodscha

Auf in den Flieger, hinaus in die Welt. Das haben wir wohl etwas gemeinsam. Wohin uns der Weg führt, das wissen wir nicht immer genau. Du weißt es aber vielleicht schon, denn du bist auf Backpacking-Kambodscha gelandet. Mich hat es vor knapp zwei Jahren nach Kambodscha verschlagen. Ich habe nie entschieden, bewusst auszuwandern, habe aber dennoch immer wieder mein Visum verlängert (das ist übrigens ganz einfach gewesen). Trotzdem bin ich seit 2016 nun dauerhaft in Kambodscha. Und wie das so ist, der Alltag in Kambodscha, wie sich das so anfühlt, was ich so für Insidertipps habe, das erfährst du hier und jetzt.

Alltag in Kambodscha?

Einen Alltag kann man sich natürlich überall auf der Welt einrichten. Ganz egal ob in Europa oder in Asien. Wobei ich definitiv sagen würde, dass es wesentlich schwieriger ist, Routinen in den Alltag in Kambodscha einzubauen. Natürlich ist das Personenabhängig, vor allem aber machen es die äußeren Umstände und die vielen unbestimmten Variablen schwieriger. Hier ein kleiner Auszug von Dingen, die mich hier im Alltag so beschäftigen.

Oh oh, du liebst Milchprodukte?

Das fängt bereits beim Frühstück an. Denn je nachdem wo in Kambodscha du lebst, ist es nicht so einfach, all die Dinge, die du normalerweise in deine Morgenroutine einbaust, zu bekommen. Granola, gute und leckere Milch, Sojajoghurt und Co. Das gibt´s einfach nicht überall. Vor allem die Milchprodukte sind in Asien generell schwieriger erhältlich oder einfach auch verhältnismäßig teuer. Denn Milchprodukte sind kein regulärer Bestandteil der asiatischen Ernährungskultur.

Wer in Kambodscha ausgeschlafen sein möchte und das nur auf einer guten Matratze kann, der sollte sich diese auf jeden Fall in einer der größeren Städte besorgen. Die Infrastruktur, was Straßen, Handel und Wirtschaft angeht ist noch sehr, sehr ausbaufähig.

Ich stehe also morgens auf, esse Toast, Eier und etwas Gemüse zum Frühstück und mache dann einen Strandspaziergang. Den mache ich nicht jeden morgen, arbeite allerdings daran. Manchmal schlafe ich nämlich etwas länger, sodass ich den Spaziergang dann ausfallen lasse. Entweder oder.

Internet & Strom können rar sein

Wer bei tropischem Klima, auf einer Insel wohnt und den Strand vor der Tür hat, der mag meinen, das alles immer traumhaft und wundervoll ist. Tatsächlich ist es aber nicht immer alles rosig (und irgendwie gleichzeitig schon). Vor allem dann nicht, wenn man online arbeitet. Auch das Internet ist in Kambodscha, besonders auf den Inseln, absolut nicht stabil. Ebenso wie die Elektrizität, die hier mit kleinen Generatoren erzeugt wird, die auch mal kaputt gehen und dann bis zu 24 Stunden ausfallen (mein persönlich längster Stromausfall hier auf Koh Rong).

Sei SMART

Ich arbeite online und habe meine Lösung in dem Mobilfunkanbieter SMART und einer lokalen Sim Karte gefunden. Für 8 $ im Monat bekomme ich 40 GB Datenvolumen, die ich für meinen Internetzugang mit dem Handy und einen Hotspot für meinen Laptop nutze. Die Karte gibt es auf dem Festland im SMART Shop gegen eine Gebühr von 5$ und der Vorlage des Reisepasses. Auf Koh Rong klappt das in 80% der Zeit recht gut und ich habe 4G Empfang. Wenn es regnet oder stürmt kann das allerdings auch mal anders aussehen. Wie du siehst, es gibt kleinere Herausforderungen.

Kleingeld & Korruption

Und, es gibt natürlich für alles eine Lösung, wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist, das ist in Kambodscha so und fast überall auf der Welt. In Kambodscha aber vielleicht noch ein bisschen mehr, denn Korruption ist hier nach wie vor ein großes Thema. Für Touristen, die auf dem Festland ohne Führerschein mit dem Roller fahren und von der Polizei angehalten werden, gilt in der Regel die 5 $ Regel. Einfach 5$ bezahlen und weiterfahren. So werden häufig kleinere Probleme in Kambodscha gelöst. Das mag verrückt klingen, man gewöhnt sich jedoch an vieles.

Armut und Müll

Wenn du auf die Inseln in Kambodscha fährst, dann wirst du das Paradies finden. Traumhaft weiße Strände, klares Wasser, saftiges grün im Dschungel. Aber du wirst im Alltag in Kambodscha auch erkennen, dass vieles einfach noch nicht ausgereift ist. Dass die Geschichte Kambodschas Spuren hinterlassen hat und auch die Locals noch viele Dinge lernen wollen und inspiriert werden könne. Von uns Europäern als Vorbild.

Der Müll, der achtlos vom Boot geworfen wird, die Strohhalme, die am Strand liegen gelassen werden, Plastik, das einfach verbrannt wird. Es gibt keine ausgeklügelte Infrastruktur für die Verwertung von Abfällen und auch nicht für die Entsorgung von Müll. Das ist eine große Herausforderung, besonders für ein solche armes Land wie Kambodscha.

Das bedeutet aber gleichzeitig auch, dass du einen großen Beitrag leisten kannst, wenn du in Kambodscha lebst. Nämlich als Vorbild vorangehen, an Beach – Cleanings teilnehmen und deinen Müll ganz einfach im Mülleimer entsorgen. In Kambodscha ist es noch wichtiger, bewusst zu leben und bewusst das richtige zu machen. Denn viele Augen sind auf dich gerichtet und ich finde, das ist eine kleine Verantwortung, die wir da auf uns nehmen, wenn wir uns entscheiden in Kambodscha zu leben, so wie ich. Und das ist auch gut so!

P.S.: Das Titelbild ist eine Drohnenaufnahme vom Nest Beach Club auf Koh Rong.

 

 

One thought on “Alltag in Kambodscha – Wie es ist in Kambodscha zu leben

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.